Jahresrückblick 2020 – the trail provides!

Jahresrückblick 2020 – the trail provides!

Der Pfad sorgt für Dich (alte Langstreckenwanderer-Weisheit)

Wie? Langstreckenwanderer?! Jetzt überlegst Du vermutlich, ob Du irgendwas verpasst hast? Sie hat doch gar nichts von einer Langstreckenwanderung berichtet/gepostet/erzählt? Stimmt. Ich war auch nicht unterwegs. Zumindest nicht zu Fuß und auf langer Strecke…

Mein kleines Geheimnis vorweg: ich habe bereits einige Bücher zum Thema gelesen (große Empfehlung Christine Thürmer) und mir auf meinen kürzeren Wanderungen vorgestellt, wie es wohl sein würde-für längere Zeit unterwegs zu sein, nur mit dem Nötigsten ausgestattet und mit der Natur verbunden. Wandern hatte schon 2018 ein großer Anteil an meinem zu mir selbst zurückfinden, was ich leider mit er Zeit etwas aus meinem Gefühl verloren habe. Viellicht war es auch nur die Ruhe vor dem „Sturm“, denn:

2020 wurde für mich meine ganz eigene Langstreckenwanderung. Und das, ohne viele Kilometer zurück gelegt zu haben.

auch meine Tochter verleiht ihrer Meinung gern mit Bildern Ausdruck...

Startpunkt – ein Ende verspricht einen Anfang

Das Jahr 2020 stand für mich im Januar und Februar unter dem Motto „Endlich fertig!“ Meine Ausbildung zur Ashtangayoga-Lehrerin sollte nach 3 Jahren zu einem glücklichen Ende führen und mit der Prüfung im Februar freute ich mich darauf, endlich das heiß ersehnte Zertifikat in Händen zu halten. Wir alle spürten die Stimmung eines Neubeginns. Und auch ich freute mich schon auf das, was ich geplant hatte: unterrichten. Und zwar mehr als vorher, um den nächsten Schritt zu meiner kompletten Selbständigkeit zu wagen. Daher hatte ich auch einen Arbeitgeberwechsel im Blick, der mir etwas mehr Freiraum in meiner Zeitgestaltung geben sollte.

Es sollte noch dauern, doch Ende 2020 halte ich beide Zertifikate in Händen 😁

Erster Streckenabschnitt – leichte Steigung

Der März kam, die Unterrichte waren gut besucht und mein neuer Arbeitsplatz gefunden. Natürlich verfolgte ich die Nachrichten und spürte so langsam eine kleine graue Wolke am Horizont. Braut sich da was zusammen???

Aus Vorsicht gegenüber meinen Patienten und vor allem, weil auch meine Eltern zur Risikogruppe zählen, habe ich vor dem offiziellen Lockdown im Frühjahr schweren Herzens meine Unterrichte eingestellt. Ab jetzt hieß es: Yoga allein zuhaus. Mein Lehrer Taylor Hunt aus den USA hat zum Glück sehr schnell ein Online-Programm auf die Beine gestellt, so dass ich nicht ganz so einsam vor mich hin praktizieren musste und auch wertvolle Hinweise aus der Ferne bekam. Auf Grund der Zeitverschiebung habe ich denn „leider“ schon mal das Mittagessen kochen an meine Liebsten abgegeben. Mein Mann als Lehrer war natürlich im Home-Office, meine Kinder natürlich auch (Homeschooling anyone?!)

Ich verabschiedete mich von den alten Kollegen und Bewohnern meiner nun ehemaligen Arbeitsstelle und schaute etwas besorgt auf meine Streckenplanung: wo soll es jetzt hingehen???!!!

Statt Yoga im Studio ab jetzt zuhause mit tierischer Unterstützung
Das Logo meiner Homepage nimmt Form an

Zweiter Streckenabschnitt – unwägbares Gelände

Mittlerweile ist es April. Mein Start in der ambulanten Pflege lenkte zum Glück etwas vom Unterrichts-Loch ab und ich habe das erste Mal eine selbstgenähte und gespendete Maske im Dienst aufgehabt. Materialmangel lässt grüßen…

Meine Ausbildung zum Ayurveda Lifestyle Coach bei Dr. Janna Scharfenberg lief auch weiter – an sich ganz fein so ein wenig mehr Freizeit… Ostern kam und ging und irgendwie wirkte alles merkwürdig ruhig um mich herum.

Öhm...ja. Die erste Maske im Dienst bestand aus Stoffresten von Kompressionsstrümpfen!

Trail Angels – Engel am Wegesrand

So nach und nach freundete ich mich damit an, ein wenig mehr das Thema Online arbeiten in den Focus zu rücken. Und das Universum hört ja zu:

Die liebe Katja Brunkhorst (aka Mami Moshpit aka Brunkie) trat ziemlich wortgewaltig in mein Leben (hier ein Beispiel: ihr Jahresrückblick) und brachte mich und 9 andere Mitstreiterinnen dazu, uns und unsere Message aufs Papier bzw. auf meine sich langsam entwickelnde Homepage zu bringen. Was für eine großartige Runde sich gefunden hat! Und das Wertvollste: Katja hat es verstanden, uns aus der Distanz nah zueinander zu bringen.

Der Großteil der Gruppe trifft sich heute noch regelmäßig auf Zoom oder tauscht sich per Messenger aus. Auch wenn wir uns noch nie live begegnet sind, wollen wir einander nicht missen.

Vor allem, da mein größtes Abenteuer im Sommer noch bevorstand. Und damit meine ich nicht, dass wir ab dem 2. Juni wieder live und in Farbe unterrichten durften.

Ich habe „online“ gerufen und „online“ wurde geliefert.

Dritter Streckenabschnitt – steil bergab, steil bergauf, steil bergab….

Meine Homepage nahm langsam Form an. Der Gedanke, mein Angebot zukunftssicherer auf ein drittes Standbein zu stellen, machte mich mutig. Ich hatte eine Idee, der Frühsommer zeigte sich von seiner besten Seite. Warum also nicht mal einen Online-Kurs auf die Beine stellen??!! Schließlich heißt es: online arbeiten kannst Du von überall.

Katja schlug mir vor, an einem Kurs bei ihrer Mentorin Sigrun teilzunehmen. In diesem SOMBA Kickstart wird einer aufstrebenden Online-Entrepreneurin Schritt für Schritt nähergebracht, wie das Buch „Online Business“ mit seinen 7 Siegeln zu knacken ist. Und der Name ist Programm: Im Juni ging es in die Vollen!

HILFE! TECHNIK!!! Da saß ich nun – keine Ahnung, aber davon jede Menge! Meine Mädels aus der Mastermind-Gruppe waren 1a im Support, meiner Online- Buddy Antje aus dem hohen Norden ging es ähnlich. Aufregung, Nerven, Vorfreude, Spannung… alles innerhalb weniger Wochen. Plötzlich war ich live auf Facebook und Instagram, kreierte Posts in Canva, erstellte Newsletter und überlegte mir Content für meinen Kurs „Sommer in Balance – wie Du in heißen Zeiten cool bleibst“

Zum Abkühlen ging es für mich und meinen Mann an die niederländische Küste-meinen Laptop habe ich dann aber doch lieber im Wohnzimmer als am Sandstrand aufgeklappt.

Der Kus fand Im Juli statt – mit wunderbaren Teilnehmerinnen, die mit mir dieses Abenteuer bestritten haben. Ich konnte ihnen einen Einblick in den ayurvedischen Lebensstil geben, Stressreduktion und Prävention mit Yoga und vieles mehr, was uns Frauen hilft, im Trubel das Gleichgewicht zu halten.

Eine Achterbahnfahrt vom Feinsten, ich war zum Ende hin wohlig erschöpft aber habe gleichzeitig gemerkt: das ist toll! Es macht Spaß und ich will mehr davon!

Celebration Call - wir feiern uns und das Leben!

Vierter Streckenabschnitt – Gewitterfront

Nach einer Schönwetter-Phase kommt ja bekanntlich das Tief. Und dieses hat einen heftigen Sturm verursacht.

Ende August starb plötzlich der Vater meiner Kinder an einem Herzinfarkt. Trotz einer Trennung und Scheidung vor 10 Jahren, war er für mich ein Ratgeber, guter Freund auf Distanz und vor allem liebevoller Vater für meine/unsere Kinder, die mit 16 und 19 viel zu früh Halbwaisen wurden. Auf einmal wurde so vieles in den Hintergrund gedrängt, der Hauptaugenmerk auf meine Kinder gelegt und eine große Dankbarkeit, die ich empfand durch die Unterstützung in der Familie und von Freunden, on- und offline. Die größte Aufgabe war und ist es für mich, meinen Kindern ein stabiler Elternteil zu sein und dafür zu sorgen, dass sie ihre Zukunftspläne im Studium und Schule/Ausbildung und weit darüber hinaus verfolgen können.

...und doch geht jeden Morgen die Sonne wieder auf...

Fünfter Streckenabschnitt – Schutzhüttenpause

Im Herbst wurde es still(er). Der 2. Lockdown kündigte sich an, ich konzentrierte mich auf meine Abschlussarbeit zum Ayurveda Lifestyle Coach. Um mich emotional zu stärken, habe ich wieder vermehrt zu meiner Yogamatte gefunden und die Zeit vor meinen Unterrichten genossen, in der ich in der frühen Morgenstunde praktizieren konnte. Als dann zum 2. Mal die Türen des Yogastudios schließen mussten, bin ich wie selbstverständlich mit meinen Schülern auf virtuellen Unterricht umgeschwenkt. Das Schönste daran: auch auf Distanz spürte ich mal wieder Nähe und Support. Sei es durch den Stundenplan, der Regelmäßigkeit bot. Oder Austausch über den Mattenrand hinweg. Diese Zeit trug und trägt immer noch durch den Winter, der ja wohl noch ein Weilchen anhalten wird. Yoga online unterrichten hat meinen Blick geschärft. So oft dachte ich „jetzt mal kurz die Hand, an die eine Stelle legen können…“ Um im selben Moment einen verbalen Hinweis zu geben, den die Schüler umsetzen konnten. Da war ich doch stolz 😊

Letzter Streckenabschnitt – Ziel (?) in Sicht

Auf den letzten Metern 2020 habe ich viel nachgedacht, wie meine Wanderung in 2021 aussehen könnte. Mein Fazit: ich weiß es (noch) nicht.

Was ich jedoch schon weiß: ich will mich ausprobieren. Das, was ich im Jahr 2020 kennengelernt habe, zu festigen und mit anderen teilen. Ich bin Handwerkerin, liebe es anzupacken und mit meinen Händen zu wirken. Sei es in der Pflege, im Yogaunterricht oder auf der Tastatur meines Computers.

Der Weg war holperig, steinig, abschüssig: Es gab sonnige Tage, es gab Regen und Nebel. Ayurveda und Yoga haben mich auf meiner Wanderung begleitet – ich würde sie als meinen Kompass bezeichnen, an dem ich mich unterwegs orientieren konnte.

Viele Ideen habe ich aufgeschrieben oder auf meinem Visionboard visualisiert. Das Rauhnachtsjournaling mit meinem Coach Bianca Fritz motiviert mich jetzt schon für das kommende Jahr und ich freue mich wahnsinnig darauf, es mit Dir zu teilen!

Das, was ich bisher über Langstreckenwanderungen gelesen habe, empfand ich auch in 2020: es war ein Weg der Begegnungen. Die Menschen machen es leichter. Wir rückten auch auf Distanz näher, persönliche Aufeinandertreffen empfand ich intensiver, da sie so kostbar waren. Wir lernten, mit den Augen zu lächeln und ich durfte unerwartete Wertschätzung erfahren.

Wer weiß, wann ich mal auf eine echte Langstreckenwanderung zurückblicken kann. Eines ist jedoch sicher:

The trail provides ❣

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